Unsere Prinzipien

Jede Studentenverbindung kann für sich selbst bestimmen, welchen Werte sie verbunden sein möchte und welche Ziele sie für sich und ihre Mitglieder verfolgt. Mit ihren Prinzipien definiert die Verbindung, was sie besonders macht und was sie gegebenenfalls von anderen Korporation unterscheidet. Dies sind unsere Werte:

Demokratieprinzip/ Conventsprinzip

Im Verein Deutscher Studenten fällen wir Entscheidungen nur gemeinsam in demokratischen Verfahren.

Auf unseren Mitgliederversammlungen, den Conventen, kann jeder Aktive seine eigenen Ideen und Meinungen einbringen, um den Bund nach seinen Interessen zu formen oder eigene Akzente zu setzen. Über Anträge wird nach demokratischen Grundsätzen abgestimmt – jeder Aktive hat eine Stimme. Gleichzeitig soll jedes Mitglied unseres Bundes im Laufe seiner Zeit wichtige Aufgaben des Vorstandes übernehmen, die wir Chargenämter nennen. Dazu zählt etwa der Vorstandsvorsitzende, auch Senior genannt, der vom Convent gewählt wird und dem Bund für jeweils ein Semester vorsteht. Wichtige Entscheidungen fällt der Senior immer in Abstimmung mit dem Convent und damit allen Aktiven.

Toleranzprinzip

Im VDSt gibt es keine Deutungshoheit. Wir tolerieren die Meinung jedes Bundesbruders und sind einem fairen und offenen Diskurs verpflichtet.

Wir sind eine Gemeinschaft, die in Vielfalt geeint ist: Das bedeutet, dass jede Stimme und jedes Individuum respektiert und niemand aufgrund seiner politischen Haltung, seiner Hautfarbe, Nationalität, Religionszugehörigkeit oder sexuellen Orientierung diskriminiert wird. Unser Toleranzprinzip orientiert sich am Grundgesetz und der freiheitlich-demokratischen Grundordnung unseres Landes:  Extremisten, egal ob von links oder rechts, haben in unseren Reihen keinen Platz und werden ausdrücklich nicht toleriert.

Schwarzes Prinzip

Der VDSt trägt keine Farben.

Das bedeutet, dass unsere Mitglieder nicht mit Band und Mütze auftreten und sich daher auch nicht optisch von allen anderen Studierenden abheben möchten. Das Prinzip ist fest in unserer Geschichte verankert: Als sich im Deutschen Reich erstmals Studenten über Korporationsgrenzen hinweg zusammenschlossen, stand dabei das politische Interesse, nicht die Verbindungszugehörigkeit im Vordergrund. In Anlehnung an die politische Einigung der deutschen Länder 1871 wählten die Studenten schwarz-weiß-rot als die Farben einer neuen Verbindung, die nicht über, sondern in der Mitte der Gesellschaft stehen wollte. Dieses Prinzip halten wir auch heute noch hoch.

Lebensbundprinzip

Die Mitglieder des VDSt sind mehr als nur Mitbewohner, mehr als nur Studienfreunde. Wir sind Bundesbrüder.

Während wir unbewusst so manche Freunde aus Schule und Studium schneller aus den Augen verlieren, als uns das lieb sein kann, bleiben Bundesbrüder ein Leben lang befreundet und eng verbunden. In jedem Semester bieten sich mehrere Gelegenheiten, wieder zusammenzufinden und in Erinnerungen zu schwelgen. Wir kümmern uns als Verbindung außerdem um das Wohlergehen jedes Mitglieds, ob Jung oder Alt. Gemeinsam bringen wir noch jeden Bundesbruder (wieder) auf die Spur, egal ob beruflich oder privat. Für junge Mitglieder äußert sich das erstmal darin, dass mit finanzieller und persönlicher Hilfe der älteren Mitglieder das Leben auf dem Haus so angenehm und abwechslungsreich wie möglich und die ersten Schritte in Universität und Beruf so zielgerichtet wie möglich gestalten werden. Egal bei welcher Klausur du vielleicht mal Schwierigkeiten haben wirst, es wird sich immer ein Bundesbruder finden, der dir mit Freude unter die Arme greift.

Männerbundprinzip

Klingt härter, als es letztlich ist: Bei uns können nur männliche Studenten aktive Mitglieder werden.

Dieses Prinzip hat nichts mit Chauvinismus oder Frauenfeindlichkeit zu tun, sondern hatte ursprünglich einen ganz einfachen Grund: Damals, als sich die meisten Verbindungen gründeten, durften Frauen schlichtweg nicht studieren und konnten so auch keine Mitglieder in Verbindungen werden. Heute stehen nicht nur die Universitäten, sondern selbstverständlich auch unsere Verbindungshäuser Frauen offen. Dabei sind sie bei uns nicht nur bei nahezu allen Veranstaltungen, sondern auch im Alltag auf dem Haus stets herzlich willkommen. Wie in jeder anderen Männer- oder Frauen-WG glauben wir jedoch auch daran, dass unsere lebenslange Freundschaft und Verbundenheit an erster Stelle steht.

Politisches Prinzip

Wer sich der politischen Toleranz verpflichtet, muss auch wissen, worüber er spricht.

Durch politische Seminare, Tagungen und Vorträge von Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Wirtschaft will der VDSt seine Mitglieder stets dazu anregen, sich durch einen toleranten Diskurs eigene politische Meinungen zu bilden. Ganz wichtig sind uns dabei zwei Dinge: Wir positionieren uns erstens nie als Gesamtheit zu tagespolitischen Themen, um einzelne Stimmen nicht zu unterdrücken. Zweitens sehen wir unseren Auftrag in einer maximal objektiven und toleranten politischen Bildung, eine ideologische Marschroute wird nicht vorgegeben. Uns ist wichtig, dass unsere Mitglieder nicht indifferent gegenüber aktuellen Entwicklungen sind, sondern lernen, für etwas zu stehen und ihre Haltung auch zu verteidigen. Lediglich bei radikalen und extremistischen Tendenzen lenken wir entschieden ein. Auch hier gilt: Extremisten, egal ob von links oder rechts, haben in unseren Reihen keinen Platz und werden ausdrücklich nicht toleriert.

Verbandsprinzip

Die Vereine Deutscher Studenten finden sich in allen deutschen Studentenstädten wieder und bilden ein großes Netzwerk.

Alle VDSt-Bünde sind unter einer Dachorganisation, dem Verband der Vereine Deutscher Studenten, zusammengefasst. Genau so wie sich Mitglieder eines Bundes untereinander unterstützen, tun dies auch die Bünde im Verband: Zum Beispiel bei finanziellen Schwierigkeiten eines Bundes springen andere Bünde zur Seite, um zu helfen. So konnten wir nach 1990 in den neuen Bundesländern zahlreiche Bünde wiederaufleben lassen. Dadurch, dass wir uns nicht nur als Hamburger, Göttinger oder Heidelberger Gemeinschaft verstehen, sondern als bundesdeutsches Netzwerk, können unsere Mitglieder etwa nach einem Hochschulwechsel oder berufsbedingten Umzug direkt auf die Strukturen des neuen Bundes zurückgreifen. Eine super Sache, wenn man in der neuen Stadt noch niemanden kennt und sich für den Anfang auf ein weitverzweigtes Netzwerk inklusive einer kostengünstigen Wohnmöglichkeit verlassen kann.

Akademisches Prinzip

Wir sind eine Studentenverbindung.

Alle Mitglieder sind an einer Hochschule eingeschrieben und streben den akademischen Abschluss Master bzw. Magister an. Das Studium ist für uns ein gemeinsamer Bezugspunkt, der dafür sorgt, dass wir gemeinsame Interessen und Ziele verfolgen können. Wir alle teilen den Anspruch, dass beste aus unserer Studentenzeit herauszuholen, aber auch die bestmöglichen Leistungen im Studium selbst zu bringen: Wir studieren gemeinsam, und wir feiern gemeinsam. Als Bundesbrüder motivieren wir uns stets gegenseitig, fleißig zu sein und das beste aus uns rauszuholen, vor allem wenn der Drang zur Prokrastination mal wieder überhandnimmt. Für uns steht das Studium an erster Stelle!

Klingt gut, oder? Dann bewirb dich jetzt hier auf ein Zimmer in unserem Haus im Herzen St. Georgs. Wir freuen uns auf dich!